Kampf der Kulturen oder „Quo Vadis“ Abendland? Teil I [Julian]

•14. Dezember 2010 • 1 Kommentar

Seit der Sarrazin-Debatte geistert in den deutschen Medien das Schlagwort des „judäo-christlichen Abendlandes“ umher. Ich habe eigentlich wenig Bedarf den Scharen an jung-konservativen Autoren nachzueifern, und dieses unwirkliche Konstrukt auseinanderzunehmen; ist es doch Hab und Gut jedes klar denkenden Menschen, dass der „jüdische Zusatz“ dieser zeitgeistlich geprägten Erfindung bloßes Zugeständnis an den politisch korrekten Zeitgeist dieser Tage ist. Worauf bezieht sich diese Fiktion des Informationszeitalters also? Auf den Holocaust, jenen tragischen Genozid an den jüdisch-gläubigen Vertretern unter uns Europäern? In der dargebotenen Form wohl kaum…vielmehr ist es der klägliche (und  sicherlich nicht mehr als 20 Jahre alte) Versuch, durch eine Verbindung zwischen Christentum und Judentum einen scheinbar offensichtlichen, jedoch auf den zweiten Blick mehr als leidlich daherfabulierten Schulterschluss zwischen Abendland und Judentum zu erschaffen, was nicht mehr als eine Reue- und Demutsbezeugung eines ungesunden Schuldkultes ist.

Doch ich will ablassen von dieser aktuellen Äußerung kriecherhafter Unterwerfung. Schon das Schlagwort des christlichen Abendlandes bietet Angriffsfläche genug: Selten konnte eine so perfide Konstruktion Eingang in den politischen oder religiösen Diskurs finden. Gerne benutzt von neo-liberalen CDU/CSU’lern oder Geistlichen, bildet das christliche Abendland eine vorgegaukelte und nicht zu fassende Einheit aller Nationen Europas, die – losgelöst von der nüchternen, religionswissenschaflichen Betrachtung – irgendwas mit Jesus und den netten Märchen drumherum zu tun haben. Doch was ist dran an der Mär vom Okzident Mater Ecclesia?

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Wehrlos (ein Lied über Freyrs Verlangen) [Swartaz Horsa]

•18. November 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Dieses schöne Lied über Freyrs Liebeskrankheit stammt vom Benutzer „Swartaz Horsa“, der auf seinem Youtube-Profil noch weitere musikalische Perlen zu bieten hat. Dieses Lied empfand ich als besonders gelungen.

„Wehrlos

In meinem Innern brennt die wilde Gier
Ihr Haar im Sonnenschein, schürte mein Verlangen
Nach ihrer Liebe, ihrem Leibe, ihr
Nur ein Blick auf sie, und schon war ich gefangen

Dieses Sehnen tief in meiner Brust
Ihr bloßes Angesicht, zerrüttet meinen Willen
Aus ihrer Schönheit schöpf’ ich meine Lust
Und kein Kuss von ihr, wird diese Gier je stillen

Selbst sein Schwert gibt er für ihre Nähe
Und bleibt wehrlos zurück, für ein flüchtiges Glück
Bis am Ende der Zeit, in der Schlacht fallend er schreit
Was sollte ich ohne sie mit der Unendlichkeit

Mit Gewalt selbst hätte ich sie genommen
Wäre was ich will nur je damit erreicht
Welcher Zauber lässt sie zu mir kommen
In glüh‘nder Innigkeit bis früh die Nacht entweicht

Selbst sein Schwert …“

Götter in menschlicher Gestalt [Julian]

•21. August 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Für tausende von Jahren stellte man sich die Götter nicht in menschlicher Form vor. Mal wurden sie als Fußabdrücke abgebildet (schwedische Felsritzungen), als Gestirne verehrt und meistens in Gestalt eines Tieres (Animismus) dargestellt. Im Laufe dieser Evolution kam man zu der Ausformung der Götter in menschlicher Gestalt. Dies war der Weg unserer Vorfahren, die Götter und ihren Platz in der Welt zu verstehen.

Die jüngeren Mythen unseres Glaubens sind sehr menschlich. Die Götter treten in menschlicher Form auf, auch wenn sich viele animistische und andersweltliche Attribute behalten haben. Doch dies erstreckt sich auf die mündlich tradierte und später schriftlich fixierte Überlieferung, der Mythologie, die für mich mehr ein Vehikel für versteckte Botschaften, Erkenntnisse und Weisheiten sind, als eine Erzählung, die wörtlich zu nehmen ist.

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Götterehrung 25.07.2010 [Ingmar H.]

•27. Juli 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Am vergangenen Sonnabend begingen wir in die Abenddämmerung hinein unsere Götterehrung. Die Ehrung der Götter soll dabei Mitgliedern unserer Gemeinschaft die Möglichkeit zur Sammlung geben und dabei helfen, die germanische Religion in Gemeinschaft zu praktizieren.

„Laß deine Augen offen sein, geschlossen deinen Mund, und gehe still, so werden dir Dinge kund. Dann weißt du, was der Rabe ruft.“
-
Hermann Löns

Der neungliedrige Ritus der Ehrung beinhaltet neben der Hammerhegung eine Begrüßung der Naturgeister, also eine Erdopfergabe an die Landwichte, und weiterhin das Rezitieren eines Götterdanks mit anschließendem Räucheropfer und Runagaldar, dem Raunen der 24 Runen des Älteren Futhark. Als fortlaufendes Thema werden wir die Runengedichte, in Stabreimdichtung aus der Ringhorn 41 von Asfrid, heranziehen.


Als Ort wählten wir diesmal wieder, wie auch bei der Ehrung zuvor, einen Platz mit mehreren Naturheiligtümern. In der späten Abenddämmerung gingen wir durch die uns umgebenden Getreidefelder zurück, wobei der Feldweg etwas tiefer lag, so dass wir von den Getreideähren, den Kräutern am Wegesrand und den Bäumen richtig eingebettet waren. Das Licht der untergehenden Sonne schimmerte dabei im wogenden Feld dahin.

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Wodans Beistand im Kampf [Julian]

•23. Juli 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Kampfgebet
Gaben: Fleisch, Met, Waffen, Schmuck
Ort: Opferhain

Spill

Es brüllten die Bärenmänner
der Kampf kam in Gang
es donnerten die Wolfspelze
schüttelten die Eisen
und Wodan war bei ihnen
mit ihnen, in ihnen

Gibet

Wodan! Waffenstarrender
Führer Gungnirs, führ auch mich
Lass deine Wut in mir wallen
und lenke mein Schwert sicher ins Ziel
Heil sei dir, Allvater

Hammerzeichen _|_

Doku: Kampf im Klassenzimmer [Julian]

•22. Juli 2010 • 1 Kommentar

Deutsche Schüler in der Minderheit
Film von Nicola Graef und Güner Balci

Nach der Propaganda-Dauerberieselung durch die breite Medien- und Politikfront zum „multikulturellen Sommermärchen“ der WM, zeigt die ARD gester nacht mal zur Abwechslung einen Einblick in die traurige Realität. Zufälligerweise erst um 00:05…ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Manchmal werden sie verhöhnt, manchmal sogar geschlagen. Mit ihnen wird in der Klasse kaum geredet, sie ziehen sich zurück, sagen kaum noch ihre Meinung – kurz, sie sind nicht integriert in der Schule. Die Rede ist nicht von Migranten-Kindern an einer deutschen Schule, sondern von deutschen Schülern an einer Hauptschule in Essen.
„Sie werden nicht jeden Tag mit dem Messer bedroht, … aber die Kinder mit Migrationshintergrund haben hier eindeutig das Sagen“, so die Direktorin der Schule.
„Red nicht mit der, das ist bloß eine deutsche Schlampe“, so hören es auch die Lehrerinnen.

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Julian besucht die Moschee [Julian]

•16. Juli 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Merkez Camii, die Centrums-Moschee Hamburg, gilt als eine der liberalsten Moscheen deutschlandweit. Heute konnte ich, dank eines Freundes, spontan die Gelegenheit nutzen, das islamische Gotteshaus bei einem Besuch des migrantenreichen Hamburger Stadtteils St. Georg zu besuchen. Meine Eindrücke waren wie folgt:

St. Georg ist ein lebendiges und farbenfrohes Viertel, das gegensätzlicher nicht sein könnte: Zwei Kulturen prallen hier aufeinander, denn der Stadtteil ist sowohl von einer großen muslimischen Gemeinde, als auch von vielen Homosexuellen besiedelt. Obwohl es in den Medien kaum Erwähnung findet, kommt es aufgrund dieser Zusammenstellung wohl öfters zum Konflikt zwischen Schwulen und konservativen Muslimen. Doch heute, an diesem sonnigen 15. Juli, merkt man von diesen Problemen nichts. Auf den Straßen ist es laut, bunt und der Wind weht den Duft orientalischer Gewürze zu uns herüber. Arabische Jugendliche sitzen draußen vor den Kaffeehäusern und Dönerbuden, dazwischen wuseln Deutsche, Inder und die Angehörigen der verschiedensten Nationen herum. Von einem Balkon weht eine Regenbogenflagge mit dem Schriftzug „PACE“, dem Signum der Schwulenbewegung.

Während diese Eindrücke auf mich wirken, schlendern meine Begleitung und ich langsam zum „Lindenbazar“, Hamburgs größtem türkischen Supermarkt, der von der islamischen Gemeinde betrieben wird. Der Markt gleicht einer Lagerhalle, in die man eine Menge Regale gequetscht hat, die sich unter der Last der türkischen und orientalischen Waren biegen. Also nicht unähnlich einem deutschen ALDI oder LIDL. Im Hintergrund läuft dezente arabsiche Musik, der Mann hinter der Fleischtheke hat einen massiven Schauzbart und eine blutige Schürze. Blick über die Auslage: Kein Schweinefleisch! Authentisch, ein Gefühl von Urlaub in Ostanatolien kommt auf. Es werden emsig Einkäufe getätigt, natürlich darf auch die Gemüseabteilung nicht fehlen: Schnell ein Bund frische Minze in die Tüte, denn heute Abend gibt es Mojitos.

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Bryn Terfel – Loch Lomond [Julian]

•15. Juli 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Dieses Schmankerl aus dem Volkslied-Schatz schottischer Art möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2009 und aus der legendären Londoner Konzertreihe „Last Night of the Proms“ (siehe Artikel) und zeigt den wie immer fantastischen, walisischen Bassbariton Bryn Terfol bei seiner Interpretation des Volksliedes.

Viel Spaß beim Anhören!

Ein kultischer Kerzenleuchter aus dem mittelalterlichen Mecklenburg [Julian]

•13. Juli 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Mittelalterliche Niederlegungen in Brunnenschächten sind im mecklenburgischen Bereich keine Seltenheit und werden gemeinhin der häuslichen Profan- und Sakralmagie zugeordnet. Im Volksbrauchtum stellen Brunnen, ebenso wie Öfen eine Verbindung zur Ahnen- und Geisterwelt dar, was Opferdeponierungen eindrucksvoll beweisen.
Einer der schönsten und eindrucksvollsten Funde aus diesem Bereich ist die gotische Holzplastik einer Frau, die um etwa 1390 in einen Brunnen gelegt wurde.  Ursprünglich wurde dieser Fund als Spielpuppe interpretiert, doch neuere Vergleichsmöglichkeiten lassen zu einer anderen, kultisch bedingten Schlussfolgerung kommen. Bei dem funktionsgebundenen Vergleichsstück dominiert eine Frauenbüste identischer Herstellungsart als Frontfigur an einem Hirschgeweih-Kerzenleuchter und hält die beiden Geweihstangen zusammen. Der Leuchter hing seit 1392 vor dem Allerheiligen-Altar in der Marienkirche zu Lemgo. Er diente hier einem sakralen Zweck und soll seit Beginn des 16. Jhd. im Rathaus zu Lemgo profane Dienste als „Leuchterweibchen“ geleistet haben. Wahrscheinlich wurde der Leuchter aber erst während (um 1530) oder nach der Reformation aus der Kirche entfernt, weil er eine Heilige zeigte, die zu auffällig einer heidnischen Gottheit gleichkam. Vermutlich ist die Büste eine Darstellung der „heiligen“ Lucia, die am 13.12. (i.J. 202) den Märtyrertod gestorben sein soll.

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Filmtipp – Valhalla Rising [Julian]

•13. Juli 2010 • 4 Kommentare

Schottland im 10. Jhd. Eine karge, windgepeitsche Hochebene. Eine  archaische Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen heidnischen Mythen und christlichem Untergangswahn. Ein Mann mit einem Auge. Seine Welt: Ein Käfig aus Holz und ein Pfahl, an dem er kämpfen muss. Um sein Leben. Mit diesen Versatzstücken beginnt das düstere Wikingerepos des dänischen Regisseurs Nicolas Winding Refn, der vor allem durch Werke wie „Bronson“ und der „Pusher-Trilogie“ bekannt wurde.


„Valhalla Rising“ erzählt eine Episode aus dem Leben One-Eyes (grandios gespielt von Mads Mikkelsen), einem Krieger unbekannter Herkunft, der in der Gefangenschaft eines Wikingerstammes lebt und zur Belustigung der Häuptlinge gegen andere Gladiatoren kämpfen muss.  Ein trostloses und blutiges Leben, das One-Eye schweigend hinnimmt. Doch das Schicksal hat andere Pläne für den Einäugigen, der über die Gabe der Vorhersicht verfügt. Mit Hilfe dieser Gabe und einer gefundenen Pfeilspitze gelingt die Flucht, in derem Verlauf One-Eye grausame Rache an seinen Peinigern nimmt. Zusammen mit einem Jungen namens Are, der ihn in Gefangenschaft mit Lebensmitteln versorgte, wandert One-Eye durch das Hochland, bis er schließlich auf eine Gruppe christlicher Wikinger trifft, die gerade die Zerstörung eines heidnischen Hains beenden. Neben einem Scheiterhaufen aus verkohlten Leichen und einem überdimensionierten Holzkreuz erzählt der Anführer der Christen, dass man auf dem Weg ins heilige Land ist, um Jerusalem zurückzuerobern. One-Eye schließt sich den Kreuzfahrern an und begiebt sich somit auf eine blutige Odysee, dessen Ziel mitnichten in das heilige Land, sondern direkt in eine realgewordene Endzeitvision führt.

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2 Abendgebete [Julian]

•8. Juli 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

2 kleine Gebete, die ich Abends vor dem Zubettgehen vor meinem Hausaltar spreche. Das erste stammt aus meiner Feder, das zweite ist V. Wagners bekannter Seite www.asentr.eu entnommen.



Abendgebet

Gaben: -
Ort: Hausaltar

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Den Landwichten eine Freude machen [Julian]

•8. Juli 2010 • 1 Kommentar

Landwichte (anord. Landsvættir) nehmen in der Überlieferung eine recht prominente Stellung ein. Neben einigen Erwähnungen von Opfergaben an Landwichte in englischer und germanischer Folklore werden sie gemeinhin als Wächter von Feldern, Flüssen, Bäumen, Quellen und Steinen beschrieben. Im Landnámabók wird bspw. der Umzug einer Sippe geschildert, die von den Lavaströmen eines ausgebrochenen Vulkans flieht. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe träumt Björn, der Anführer der Sippe, von einem „Steinbewohner“, der ihm eine Partnerschaft vorschlägt. Björn willigt ein und besiedelt das Land, dass ihm der „Steinbewohner“ anbot. Als Gegenleistung opfert er dem gutmütigen Geist regelmäßig. Letztenendes profitiert Björn gemäß des alten Sinnspruchs „Die Gabe will stets Vergeltung“ von seinem Pakt mit dem Landwicht und wurde bekannt und wohlhabend. Jene, die über das „Zweite Gesicht“ verfügten, konnten fortan sehen, wie ihm der Landwicht folgte, wenn er seinen Hof bestellte.


Grimmig guckender Landwicht

Der in dieser Geschichte beschrieben Wohlstand Björns war wohl die Motivation unserer heidnischen Ahnen, wenn sie Wasserfällen, Quellen und Steinen (oder besser gesagt den Wesen, die ihnen innewohnten) opferten. Wahrscheinlich machten solche Opfer als uralter Bestandteil bäuerlicher Fertilitätsbräuche einen erheblich größeren Teil des religiösen Alltags, als Opfer an die Götter, aus. Dies spiegelt sich ebenfalls in mittelalterlichen Gesetzen und Verboten wieder, die Opfer an Bäumen, Steinen und anderen Landmarken oft bei strengster Strafe verboten. Natürlich ließ sich solch tief verwurzeltes Volksbrauchtum nie gänzlich ausmerzen und daher erhielt sich in der tradierungsfreudigen Landbevölkerung oft noch bis in die Neuzeit eine tiefe, wenn auch wahrscheinlich eher auf Tradition als auf wirklichem Verstehen basierende Verbundenheit zu den Landgeistern und ihren Behausungen. Man könnte fast meinen, dass der „typisch“ deutsche Brauch, Gartenzwerge als profanierte Idole aufzustellen, ein leises und verkitschtes Echo dieses Erbes ist.

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Vi tror mest på freden! [Julian]

•6. Juli 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Song der Woche: Glittertind – Glittertind

Die norwegische Band Glittertind ist hierzulande vor allem durch ihre 2005 erschienene EP „Til Dovre Faller“ bekannt, derenInhalt sich hauptsächlich aus patriotischen Liedern über die norwegischen Freiheitskämpfer zusammensetzte. Musikalisch vermengt das Ein-Mann-Projekt Elemente aus Folk, Punk, Metal und Viking Rock, was eine stilistische Zuordnung kaum möglich macht. Während die punkigen Stücke eher an Ultima Thule erinnern, lassen Songs wie bspw. „The Battle of Stiklestad“ Erinnerungen an die finnischen Kollegen von Ensiferum wach werden.

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Und nochmal WM! [Julian]

•30. Juni 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Einen sehr schönen Artikel zum „Schland“-Hype und der gesamten Party-Stimmung während der jetzigen Weltmeisterschaft hat Arnd Zeigler auf der Seite www.11freunde.de publiziert:

„Weltmeisterschaften bringen spätestens seit 2006 nicht nur Fußball auf die Bildschirme, sondern auch bunt angemalte Menschen mit seltsamen Kopfbedeckungen auf die Straßen. Arnd Zeigler empört sich. Ein bisschen.“
- http://www.11freunde.de/bundesligen/131034/knopfdruckstimmung


Uneingeschränkte Zustimmung, Herr Zeigler! Fein geschrieben und auf den Punkt gebracht.

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Kupalo – Sommersonnenwende auf russisch [Julian]

•29. Juni 2010 • 3 Kommentare

Ähnlich wie bei uns, ist für die slawisch-orientierten Heiden Russlands (Rodnoverie) die Sommersonnenwende das wichtigste Fest im Jahreskreis. In Deutschland sind den wenigen Polytheisten aufgrund der gegebenen Infrastruktur leider nur kleine und eher private Treffen zu den wichtigen Hochfesten des Jahres vergönnt. Russland hingegen scheint über eine ungleich vitalere, größere und stetig wachsende Bewegung zu verfügen. Dieser dankenswerte und durchaus beeindruckende Zustand russischen Heidentums spiegelt sich auch in der Festgestaltung ihres heiligsten Feiertages – Kupalo – wieder, über den ich hier berichten möchte. Mein größter Dank geht hierbei an Ulv, dem deutschsprachigen Vertreter der Slavic Community Union, der mich unterstützend mit Informationen und Bildern der Feier versorgte.


Sommersonnenwende in Deutschland
2010

Die russische Sommersonnenwende erstreckt sich meist über mehrere Tage. Aus der gesamten Umgebung rund um Moskau strömen göttergläubige Familien im heiligen Hain zusammen und errichten ein Zeltdorf, das für die kommenden drei Tage die Heimat der Sippen sein wird. Man kennt sich untereinander und die seltene Möglichkeit, einmal aus dem Speckgürtel Moskaus hinaus in die freie und wilde Natur Russlands zu kommen, macht sich schnell in der heiteren Stimmung der Anwesenden bemerkbar.

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Der animierte Teppich von Bayeux [Julian]

•28. Juni 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Diese fantastische Animation des Teppichs von Bayeux möchte ich meinen Lesern nicht vorenthalten:

„Wegen seiner Fülle an detaillierten Einzeldarstellungen, der durchdachten Ikonographie und der handwerklichen Qualität gilt der Teppich von Bayeux als eines der bemerkenswertesten Bilddenkmäler des frühen Mittelalters. Die Details geben Aufschluss über viele Aspekte mittelalterlichen Lebens. Einzelheiten finden sich zu Schiffen, Schiffsbau und Seewesen, Tracht und Schmuck, Kampfweise und Ausrüstung normannischer und angelsächsischer Krieger, der königlichen Jagd, Reliquienwesen, Herrschaft und Repräsentation sowie Münz- und Geldwesen. Er zeigt auch die erste bekannte bildliche Darstellung des Kometen Halley, der um die Zeit der dargestellten Ereignisse den sonnennächsten Punkt erreichte. Das Bildwerk gehört in die romanische Stilphase. Es weist deutliche angelsächsische und skandinavische Züge auf und steht am Beginn der sogenannten anglo-normannischen Periode
- http://de.wikipedia.org/wiki/Teppich_von_Bayeux

Geistreisen-Tourismus und Fastfood-Schamanismus [Julian]

•25. Juni 2010 • 1 Kommentar

„Schweig nicht Wala! Ich will dich fragen, bis ich alles weiss.“


„Lichtgruß werte Suchende,

Mein Name ist Lorrioth Graubart und ich bin Seidhmann. Heute möchte ich euch von einer meiner zahlreichen Geistreisen  nach Asgard berichten, die mich gar bis nach Walhall und an Odins Tafel führte, wo ich unter den Göttern und Helden der Vorzeit saß und die Mysterien des Seins erlernte. Alles begann damit, dass ich vor 3 Jahren auf dem Mittelaltermarkt in Gütersloh eine Edda kaufte…“

Zugegeben, der Aufhänger mag etwas überzogen sein. Jedoch ist es eine unbestrittene Tatsache, dass sich solche und ähnliche Beiträge inzwischen gehäuft in Foren und Blogs auffinden lassen.  Astral- und Geistreisen boomen, ein regelrechter Touristensturm scheint über die „mystischen Zwischenwelten“ hereinzubrechen. Ob im Stadtpark mit „Geisterrassel“ und Didgeridoo, zuhause vor der Anlage, aus der meditative Weltmusik, bzw. das akustische Intro einer x-beliebigen nordrhein-westfälischen Pagan Metal Band auf Repeat wabert oder morgens auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn: Selten war schamanisches Reises einfacher, das „magische “ Erleben der eigenen Religion schneller abrufbar als in unserer erlebnissüchtigen Konsumgesellschaft.

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Mächtige Frauen in Gold [Julian]

•22. Juni 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Der schwedische Archäologe Dr. Martin Rundkvist veröffentliche kürzlich einen knappen Artikel, der die Fundbeschreibung einer kleinen, auf Goldfolie gestanzten Figur (Guldgubber) zum Inhalt hat. Solche und ähnliche Darstellungen  von humanoiden Figuren sind nur aus Skandinavien bekannt und datieren ausschließlich in die Vendel-Zeit. Meist sind sie in den Pfostenlöchern großer Hallen zu finden, was die Deutung nährte, sie würden eine sakrale Bedeutung (Hausgeister?) haben.


Eine kleine Selektion an Guldgubbern, die unter
den Fundamenten eines vendelzeitlichen Hauses gefunden wurden

Meist werden auf diesen Folien, deren Größe zwischen der eines Fingernagels und einer Briefmarke schwankt, Männer, Frauen und Paare in altnordischer Tracht und teilweise mit Trinkhörnern/fränkischen Sturzbechern abgebildet. Von Wissenschaftlern werden diese Figuren meist als Götter oder Helden gedeutet, auch wenn es aktuell einige spannende Dispute zu dieser Interpretation gibt.

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…and here I wish to die! [Julian]

•20. Juni 2010 • Hinterlasse einen Kommentar

Song der Woche: Ultima Thule – My Fatherland

Ultima Thule gehören zu den wohl einflussreichsten und ältestenViking Rock Bands Europas. Die aus Nyköping (Schweden) stammende Formation gründete sich bereits 1983 und zeichnet sich seitdem durch ihre langjährige Mitgliederkonstanz aus.

Ultima Thule greifen in ihren kraftvollen Stücken oft auf kriegerische und mythologische Themen zurück. Wie in „My Fatherland“ wird dabei nicht selten in patriotischer Weise die Liebe zum Heimatland und die Schönheit der schwedischen Landschaft besungen. Kritisch wird vor allem gerne die politische Gesinnung der Band beäugt, die sich allerdings klar und deutlich von Rassismus und Gewalt jeglicher Couleur distanziert:

„Die Band findet international vor allem im „unpolitischen“ Teil der Skinhead- und Punk-Szene sowie [leider] im politisch rechten bis rechtsextremen Milieu Anhänger, insbesondere in Schweden aber auch in breiten Schichten der Durchschnittsbevölkerung.“
-
http://de.wikipedia.org/wiki/Ultima_Thule_(Band)

Sommersonnenwende 2010 [Julian]

•20. Juni 2010 • 3 Kommentare

Und mal wieder dreht sich das Jahresrad ein Stück weiter: Die Nacht vom 21. auf den 22. Juni ist die kürzeste Nacht des Jahres, da die Sonne zu dieser Zeit ihren nördlichen Wendepunkt erreicht. Auf gut deutsch bedeutet dieser Zustand für uns germanische Polytheisten das langsame Vorbereiten auf die dunkle Jahreszeit in der Balder stirbt und die Nächte wieder länger werden.


Unsere Queste

Doch halt! So pessimistisch wollen wir nicht sein. Wir feiern ja zur Sommersonnenwende  mitnichten den kommenden Herbst, denn dieser ist götterseidank noch einige Monate entfernt. Nein, die Sommersonnenwende ist eine Feier des Lebens – das Fest, dass die vollerblühte Natur und das „Sein“ in seiner Ganzheit ehrt und mit Freude begrüßt.

So war die diesjährige Sommersonnenwende des VfGHs und der Ingävones – Landgilde Nord in einer frühmittelalterlichen Wallanlage bei Hamburg ein durchaus fröhliches und gelassenes Fest, das die Ernsthaftigkeit und Besinnung der letztjährigen Julfeier mit einer lockeren und wortreichen Sumbelrunde und einem reichhaltigen Erdopfer für die Land- und Waldwichte ersetzte. Durch unser zeitiges Eintreffen konnte der Hain und die Feuerstelle inmitten der Wallanlage bis zur Ankunft der Hannoveraner in einen ordentlichen Zustand versetzt werden. Das Auftürmen eines mächtigen Lagerfeuers war mir dabei eine besondere Freude, ebenso das Errichten einer Queste, die zwar nicht die Größe der Sommersonnenwend-Queste 2008 besaß, aber durchaus als gelungen bezeichnet werden kann.

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