Legend of Conan (2014?)

king-conan

Nun ist es also bekannt: Arnold Schwarzenegger wird sich nochmal in den Felltanga quetschen und in Legend of Conan den in die Jahre gekommenen König von Aquilonia mimen. Mutig, in dem Alter, zugegeben. Aber die Idee, Conans späte Jahre in einem Sequel zu beleuchten, hat ohne Frage großes Potential. Noch ist Arnold fit genug, um den ergrauten Barbaren glaub- und würdig zu verkörpern. Denn wie heißt es doch am Ende des ersten Films so schön:

„Many wars and feuds did Conan fight. Honor and fear were heaped upon his name and, in time, he became a king by his own hand. And this story shall also be told.“

Schon vor 3 Jahren gab es einen Versuch, das Franchise erneut zu beleben. Mit Jason Momoa trat damals ein Schauspieler das Erbe Schwarzeneggers an, der vor allem in Game of Thrones überzeugend als Barbar debütierte. Momoa kam 2011 als Conan näher an Robert E. Howards literarische Figur heran, als es der Conan von 1982 je tat. Leider versagte der Film in fast allen anderen Bereichen und floppte gnadenlos, sowohl bei Kritikern, Publikum und eingefleischten Howardianern.

Hier ein paar Dinge, die von den Machern von Legend of Conan auf jeden Fall beachtet werden müssen, wollen sie einen ähnlichen Flop wie 2011 vermeiden:

Conan-The-Barbarian1. Die Musik: Stilprägender als Kostüm und Set war in John Milius Verfilmung von ’82 der Soundtrack. Komponiert von Basil Poledouris (Jagd auf Roter Oktober), ist die Filmmusik von Conan der Barbar inzwischen ebenso Kult wie der ganze Streifen. Nach meiner subjektiven Meinung wurde selten ein besserer Soundtrack geschrieben, der die Bilder so ergänzt und komplettiert, wie es Poledouris Musik tat und immer noch tut. Von Anvil of Crom über Riders of Doom bis hin zu Wheel of Pain sind die vertretenen Stücke an Epik und Dramatik nicht zu übertreffen und transportieren die Archaik des Filmes in gekonnter Weise. Wer bei Riddle of Steel keine Gänsehaut bekommt, dem ist nicht zu helfen. Umso wichtiger ist es, dass dieser ikonische Soundtrack nicht zu Gunsten einer modernen, pseudo-epischen Kitschkomposition geopfert wird. Conan ohne Basil Poledouris ist nicht Conan. Um ehrlich zu sein, kann ich mir selbst die Bücher von Robert E. Howard nur schwer zu einer anderen, musikalischen Untermalung vorstellen. Der Soundtrack von ’82 ist die ins Musikalische übersetzte Ästhetik des ganzen Conan-Universums. Wie fatal sich ein anderer OST auf das Sehvergnüngen auswirken kann, hat die Verfilmung von 2011 gezeigt: langweilig, austauschbar und ohne jeglichen Wiedererkennungswert.

2. Der Style: Wenn ich an Conan denke, dann denke ich an Ruinen untergegangener Zivilisationen, an Verliese und Türme, an wilde, fremdartige Landschaften, an Grabhügel und exotische Städte. Milius Conan hatte all dies, viele Sets schienen wie aus einem der Bücher entsprungen, vom Turm der Schlange bis zum Thronsaal des Thulsa Doom. Dazu kamen die Kostüme, großartige Rüstungen und Gewänder, die niemals billig oder künstlich aussahen. Vielen Stücken haftete eine gewisse archaische Formsprache an, wie sie sich Howard nicht besser hätte vorstellen können. Hier der direkte Vergleich:

Thulsa Doom 1982

Thulsa Doom 1982

Bösewicht dessen Namen ich vergessen habe 2011

Bösewicht dessen Namen ich vergessen habe 2011

Muss man dazu noch Worte verlieren? Der mächtige James Earl Jones in seiner schwarzen Schlangenrüstung? Was schreit mehr Sword&Sorcery als dieses Kostüm? Wie lächerlich sieht im Gegensatz dazu der Schurke aus der 2011er Verfilmung mit seiner komischen Fantasy-Lederrüstung aus? Was soll das überhaupt sein? Schützt das im Kampf? Das ganze Design ist austauschbar und uninspiriert, dabei viel zu phantastisch für das dunkle und realistische Conan-Universum. Von der Irokesen-Frau möchte ich erst gar nicht anfangen. Also bitte bitte, liebe Macher: Nehmt euch das Bild von König Conan am Ende des 82er Films und startet damit als Grundlage für euer Artwork. Das ist doch nicht zu viel verlangt, oder? Ich brauche kein „optisches Update“. Conan verfügt über eine fein ausdefinierte Ästhetik, die so gut ist, dass man sie nicht updaten muss. Das Stichwort ist: Low Fantasy!

3. Gewalt: Ein Conan Film kann und darf nicht ab 12 sein! Ja okay, das Original von Milius ist ab 12…aber dabei einfach brutal, dreckig und voller sexistischer Erotik. Das wäre wohl heute nicht mehr drin. Also, liebe Produzenten, Drehbuchautoren und Regisseure. Wir wollen Köpfe fliegen sehen. Schaut auch Game of Thrones an, und ihr wisst, was wir sehen wollen.

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~ von 21ghostwriters - 2014/02/22.

15 Antworten to “Legend of Conan (2014?)”

  1. […] Kameraführung  lag. Nichtsdestotrotz sind für dieses Jahr bereits Dreharbeiten für Legend of Conan mit Arnold Schwarzenegger angesetzt, wie hier bereits im Detail von mir kommentiert. Das Thema ist […]

  2. […] Lese auch: Legend of Conan (2014?) […]

  3. Gut gesagt!! Bevor man Conan wiederbelebt, sollte man erst GoT komplett schauen. Die wissen wie man es macht.

    Ich kann dir nur 100% zustimmen. Natürlich ist es schwer, gegen Arni-Conan anzukommen, da Film und musik Kult sind. Aber man kann es versuchen bzw. muss es versuchen. Arnie ist der Wegweiser. Warum hat Conan so wenig zu reden im alten Film? Was sollte er auch reden. Er war ein Barbar durch und durch und kein adeliger Hofschwätzer.

    Persönlich denke ich, Kann dieser neue conan mit Arnie ein toller erfolg werden. Wenn man gelernt hat – wie du es so schön formuliert hast 🙂

  4. […] dass The Legend of Conan an den zweiten Teil der Conan-Saga (Conan der Zerstörer) anschließt, das Remake mit Jason Momoa aus dem Jahr 2011 also ausklammert. Wie das neue Fellhosen-Epos beim Publikum ankommen wird, […]

  5. Da kann man nur hoffen, dass einer der Macher deinen Beitrag lesen würde 😉

    • Ich will mir keine Illusionen machen. Ich wäre schon froh, wenn die Produzenten mal ein wenig in den gängigen Foren UND den Büchern querlesen würde. Vielleicht sollte man sich auch von dem Gedanken verabschieden, dass Conan UNBEDINGT ein Hollywood-Kino-Sommer-Blockbuster mit Riesenbudget und Tonnen von CGI sein muss. Mir ist eine gute Story und eine passende Atmosphäre wichtiger.

      • Das unterschreibe ich blind. Mir hängen diese ganzen pseudo CGI gefüllten Blockbuster auch zum Halse raus.

      • Mag vielleicht etwas spleenig klingen, aber ein solcher Film darf ruhig ein wenig trashig sein. Conan hat ja kein übertrieben riesiges Franchise im Rücken, von daher sollte man vielleicht eher auf eine DVD-Veröffentlichung mit „Kult-Potential“ hinarbeiten. Vielleicht im Serien-Format. Ich kann mir die Abenteuer von Conan gut als Serie vorstellen. Und ich rede nicht von den Misshandlungen, die der literarische Stoff in den 90ern mit Ralf Möller erdulden musste …

      • Irgendwas mit Möller habe ich auch mal gesehen… aber nicht lange 😉
        Ich mag guten Trash. In etwas modernisierter Form könnte das tatsächlich was werden. Arnie als alternder Conan… das ist doch die Idealbesetzung. Wenn sie sich dem Stil des alten Films annähern, könnte das wirklich was werden.

        Jason Momoa bei GoT? Da muss ich glatt mal googlen. Da ich seinen Conan schnell ausgemacht hatte, fehlt mir zum Namen ein passendes Gesicht… GoT ist genial 🙂

      • Er spielt den Khal Drogo in den ersten beiden Staffeln.

  6. *ups* grade gegoogelt… Momoa war Khal Drogo….

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