Review: Stephen King – Jerusalem’s Lot

BildImmer wieder waren in den letzten Podcasts von Robert M. Price die Einflüsse Lovecrafts auf die frühen Werke Stephen Kings Thema. Und auch wenn der große Meister des Cosmic Horrors zweifelsohne eine gute Inspiration ist, kann ich persönlich eher wenig mit dem Gesamtwerk Kings anfangen. Zu langatmig und dialoglastig kommen mir seine Geschichten und Romane daher. Meistens bleibt mir der Zugang zu seinen Protagonisten verschlossen.

Anders verhält es sich mit der Novelle Jerusalem’s Lot (zu deutsche Briefe aus Jerusalem). Motiviert durch die Podcasts habe ich mir das abgegriffene Büchlein von 1978 mal wieder zur Brust genommen und war am Ende positiv überrascht, wie King hier überzeugend die verschiedensten Motive und Mythos-Bezüge des lovecraftschen Schaffens in einer großen Collage vor dem Leser ausbreitet. Oft nah an der Grenze zum Pastiche, gelingt es King glaubhaft Stil und Atmosphäre Lovecrafts zu emulieren. Die Novelle weckt gleichzeitig Erinnerungen an Klassiker wie Die Ratten im Gemäuer und Das Grauen von Dunwich.

Briefe aus Jerusalem erzählt von Charles Boone, der Mitte des 19. Jahrhunderts von seiner Familie das Anwesen Chapelwaite erbt und sich dort mit seinem treuen Diener Calvin McCann niederläßt. In den Briefen an seinen Freund Bones wird nach und nach deutlich, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt. Die unheimlichen Geräusche, die erschrockenen Gesichter der Ortsansässigen, die Andeutungen und rätselhaften Geschichten von Mrs. Cloris lassen Charles bald selbst an einen Fluch glauben, den seine Familie mit in den Ort gebracht hat.

wiki.stephen-king.de

jerulot

Was King natürlich abgeht, ist die Neigung Lovecrafts, genaue Angaben architektonischer Details und Landschaften in der ihm eigenen, an Adjektiven reichen Art zu beschreiben. Da dieses stilistische Charakteristikum aber eh Geschmackssache ist, wird dem Lesevergnügen kein Abbruch getan. Jerusalem’s Lot hat im Grunde alles, was man von einer Mythos-Geschichte erwartet: Ein geerbtes Anwesen, ein abgelegenes Dorf voller misstrauischer Hinterwäldler und ein schreckliches Geheimnis, dass unter der Erde lauert.

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~ von 21ghostwriters - 2014/02/24.

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