Fire and Ice Remake (2015?)

fire_and_ice-movie-poster-frank-frazetta

Filmplakat

Scheinbar steht die erste Hälfte der 2010er unter einem günstigen Stern für Retro-Fantasy, insbesondere was Verfilmungen, Remakes und Sequels etablierter Franchises anbelangt. Den Anfang machte bereits 2009 die durchaus gelungene Verfilmung von Robert. E. Howards degenschwingendem Hexenjäger Solomon Kane, dicht gefolgt von der cineastischen Wiederbelebung des Conan-Franchise mit Jason Momoa im Jahr 2011. Leider floppte der letzte Conan-Streifen, was weniger an der guten und originalgetreuen Darstellung Momoas, als an einem miesen Drehbuch, halbgarem CGI, einem austauschbaren Soundtrack und der unterirdischen Kameraführung  lag. Nichtsdestotrotz sind für dieses Jahr bereits Dreharbeiten für Legend of Conan mit Arnold Schwarzenegger angesetzt, wie hier bereits von mir kommentiert. Das Thema ist also noch lange nicht tot und es bleibt zu hoffen, dass der Cimmerier einmal mehr die Kinos und seinen angestaubten Thron im Fantasy-Olymp zurückerobern kann. Gerade nach der Enttäuschung der 2011er Adaption sollten sich die Produzenten diesmal Mühe geben und am Besten einmal mehr in die literarische Vorlage gucken.

I – Fire and Ice 1983

Frank Frazetta - Icon - 01b

Einer der bekanntesten Frazettas: Der Death Dealer

Doch machen wir einen kleinen Sprung zurück in die Vergangenheit, genauer gesagt, in die erste Hälfe der 80er, einer Zeit, in der Fantasy vorwiegend ein Genre für verschrobene Nerds mit vielseitigen Würfeln in dunklen Kellerräumen war. In diesem age undreamed of löste John Milius Conan-Verfilmung einen kleinen Barbaren-Boom aus, der weitere Filme wie Red Sonja und The Beastmaster hervorbrachte. In diesem lendenschurzfreundlichen Klima erblickte 1983 ein weiteres, ambitioniertes Projekt das Licht der Welt: Fire and Ice, ein phantastischer Trickfilm, der aus einer Zusammenarbeit von Illustrator-Legende Frank Frazetta und Trickfilm-Koryphäe Ralph Bakshi resultierte. Mit Hilfe des neuentwickelten Rotoskopie-Verfahrens war Bakshis ehrgeiziges Ziel nicht viel weniger, als die atemberaubende Sword&Sorcery-Kunst Frazettas auf die Kinoleinwand zu bannen. Gemeinsam entwickelten die beiden Künstler eine klassische Fantasy-Story, angesiedelt in einer fiktiven und fremdartigen Urzeit, die mehr an Lin Carters Thongor of Lemuria als an Conans hyborisches Zeitalter erinnert. Moviepilot.de fasst die Handlung wie folgt zusammen:

Um die Menschheit zu unterjochen, lässt der böse Lord Nekron eine furchtbare Eiszeit über die Erde hereinbrechen. Der letzte Zufluchtsort vor der Kälte und Nekrons grausamer Armee von Halbmenschen ist die Feuerburg König Jarols. Um Jarol zu brechen, lässt Nekron dessen Tochter Teegra entführen. Der Krieger Larn macht sich nun auf die Suche nach der Prinzessin. Mit Hilfe des Barbaren Darkwolf und der Armee König Jarols tritt er zur letzten großen Schlacht der Menschheit an: dem Kampf zwischen Feuer und Eis!

Der Film gilt auch heute noch als künstlerisch ambitioniertes Projekt, ist aber außerhalb interessierter Kreise trotz leichtbekleideter Barbarenbräute weitesgehendst in Vergessenheit geraten. An der Kinokasse floppte der Krieger vs. Magier-Streifen überraschenderweise, was gemeinhin mit dem noch unausgereiften Stand der Tricktechnik erklärt wird. Trotz Rotoskopie und Hintergrundzeichnungen von Dinotopia-Schöpfer James Gurney konnte Frazettas dunkler und martialischer Stil nicht gebührend umgesetzt werden.

II – Fire and Ice 2015

31 Jahre später könnte man es unter besseren Vorzeichen also durchaus nochmal wagen, das Material einer zweiten Betrachtung zu unterziehen. Das waren wohl auch die Gedanken von Sin City-Mastermind Robert Rodriguez als er 2011 auf der Austin Comic Con eine Realverfilmung des vergessenen Trickfilms ankündigte und auch gleich einige fantastische Konzeptzeichnungen aus dem Hut zauberte:

fireandice-conceptartRodriguezfull3

fireandice-conceptartRodriguezfull2

fireandice-conceptartRodriguezfull1
Sollten diese Artworks auch nur ansatzweise die visuelle Qualität des kommenden Films wiederspiegeln, dann haben wir es hier vermutlich mir dem ästhetisch anspruchvollsten Sword&Sorcery-Filmprojekt seit Milius 82er Conan-Verfilmung zu tun. Ach, John Carter gab es auch noch? Wieviel hat der gekostet? 100 Xilliarden? Trotzdem gefloppt? Es wird sich also wohl erst nächstes Jahr zeigen, ob irgendein Regisseur endlich mal das Zeug hat, ein solches Thema für ein breites Publikum auf die Leinwand zu zaubern und trotzdem so wenig Hollywood-Zugeständnisse wie möglich zu machen. Und Rodriguez traue ich diesen Spagat tatsächlich zu. Laut aktuellen Berichten ist das Skript bereits abgeschlossen und der Drehbeginn für Frühjahr 2014 angesetzt.

Advertisements

~ von 21ghostwriters - 2014/03/12.

Eine Antwort to “Fire and Ice Remake (2015?)”

  1. […] vier Monaten habe ich bereits von Robert Rodriguez’ neuem Projekt Fire and Ice berichtet. Kommen wir also nochmal kurz zum Plot des Stoffes: Ein böser König namens Nekron […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: