Ein erster Kartenentwurf

Ein erster Kartenentwurf für das Logwar-Debut, leidlich gelungen. Die Schreibfeder liegt mir eben näher als der Zeichenstift, und so kann ich froh sein, dass ich meine Vorstellungen halbwegs sauber zu Papier bringen konnte. Wirklich berauschend finde ich das Ergebnis nicht, aber handgezeichnet ist immer noch schöner, als die pixelige Standardware, die man mit Programmen wie Campaign Cartographer zusammenflickt. Da ich über Nacht keinen spontanen Zuwachs an Zeichentalent erwarte, wird diese Zeichnung wohl die endgültige Karte bleiben, es sei denn, ich finde jemanden, der meine Vorstellungen etwas ästhetischer umsetzen kann. Aber Können ist rar, und guter Wille ebenso. Irgendwie erinnert mich die ganze Gestaltung an den Zeichenstil alter Tim&Struppi-Comics.

karte3

Inhalt einer Flaschenpost

I – Keshtor

Was sehen wir also auf der Karte? Zunächst den (noch?) namenlosen Kontinent und die wichtigsten Reiche, die sich nach dem Untergang der alten Zivilisationen etabliert haben. Im Zentrum der Landmasse liegt Keshtor, ein großes und militärisch dominierendes Reich, das kulturell an Byzanz erinnert und als einziges Land den monotheistischen Kult des Gottes Garûn als Staatsreligion eingeführt hat. Die Hauptstadt Keshtors heißt Ungelorn, und wird im Volksmund aufgrund ihrer Pracht auch Stern des Westens genannt. Hier residiert der göttlich verklärte Hochkönig und herrscht mit eiserner Hand über seine Untertanen. Die Keshtori sehen sich als Schutzmacht der kleineren Reiche, vor allem, wenn nomadische Reitervölker aus dem Osten versuchen, das zentrale Gebirgsmassiv zwecks Plünderungen zu überqueren. Südlich der großen Wälder liegt die Stadt Oskan, ein wichtiger Handelsposten an der Grenze zu Sûd und Standort einer großen Kanonengießerei. Die komplette Stadt ist mehr oder minder in die Hänge eines erloschenen Vulkans geschlagen und Schauplatz der ersten Logwar-Geschichte.

II – Krônvall 

Krônvall war einst die Kornkammer der westlichen Reiche, begünstigt durch die milde Passatwinde des Westmeeres. Doch nach dem klimatischen Kataklysmus am Ende des letzten Zeitalters versiegten diese Winde und das Land fiel in einen anhaltenden Zustand der Hungersnot. Heute ist von dem einst wohlhabenden Reich nicht mehr viel übrig und Ströme von Flüchtlingen drängen sich an den Grenzen zu Keshtor. Auf dem Land lauern Banden von Wegelagerern und in den Städten verkünden Sektenführer das Ende der Welt. Gleichzeitig versucht der Kult des Garûn, von Keshtor aus sein Einflussgebiet auf Krônvall auszudehnen, sehr zum Ärger der dort ansässigen Kulte. Die anhaltende Not und der Hunger der einfachen Bevölkerung begünstigen dabei eine Wandlung der religiösen Vorstellungen – bis hin zum radikalen Fanatismus und Pogromen an Andersgläubigen.

III – Sûd

Das an Keshtor grenzende Sûd ist ein politisch fortschrittlich fühlendes und wissenschaftfreundliches Land, dessen Kultur irgendwo zwischen Irak und Indien angesiedelt ist. Durch zahlreiche politischen Umwälzungen haben die Bürger Sûds die alten Könige gestürzt und eine Demokratie eingeführt (welche natürlich nur für die freien Stände gilt). Aufklärerische Ideen dringen von Sûd auch in den Norden und werden in den Palästen des Adels argwöhnisch verfolgt. Nicht wenige Aristokraten fürchten eine Ausdehnung monarchiefeindlicher Ideen. Sûds Wohlstand fußt auf zwei Säulen: Dem Sklavenhandel und der Produktion von Schwarzpulver. Neben Kihito ist Sûd das einzige Land, das technologisch in der Lage ist, Schwarzpulver industriell herzustellen. Größter Abnehmer ist Keshtor, welches natürlich lieber unabhängig von sûdländischen Händlern wäre. Neben den Sûdländern existiert noch eine weitere Ethnie, die nomadisch lebenden Barbarenstämme der Quadym, die in der unwirtlichen Ebene von Ashbarr umherziehen, und von denen es heißt, sie seien die Nachkommen eines untergegangenen Königsgeschlechts. Die meisten Sûdländer sind den Quadym ablehnend bis offen feindlich gesonnen und sehen in ihnen nicht viel mehr als rückständige Wilde.

IV – Gond

Ursprünglich war Gond nur die südlichste Region des alten Hevrôns, einer mächtigen und stolzen Zivilisation großer Seefahrer-Könige. Doch mit dem Einbruch einer neuen Eiszeit erlöschte diese legendäre Kultur und wurde für immer unter den Gletschern des Ewigen Eises begraben. Die wenigen Überlebende des Kataklysmus flohen in den Süden und siedelten sich in Onodal und Tihall an, Städte, die nur ein schwacher Abglanz der einstigen Pracht Hevrôns sind. Jenseits der hohen Stadtmauern liegt die rauhe Wildnis, bevölkert von schriftlosen und abergläubischen Völkern von Walfängern und Wilderern.

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~ von 21ghostwriters - 2014/04/18.

3 Antworten to “Ein erster Kartenentwurf”

  1. Ehrlich gesagt finde ich die Karte gelungen. Man braucht sie gar nicht so runterzuspielen. Sie zeigt das, was sie zeigen soll und das nicht schlecht. Ich habe selbst auch schon öfter versucht, eine Karte zu zeichnen, deshalb weiß ich, dass sich das als schwieriger herausstellt, als oft erwartet 😉
    Aber vielleicht wirkt sie auch als Außenstehender besser, als für einen selbst. Die eigene Person ist ja immer der schlimmste Kritiker!

    LG,
    VTT

  2. Ich finde die Karte recht gut. Wenn ich da so an meine Karten denke, wirkt sie doch sehr atmosphärisch.

    Wenn du evtl. ein paar Tipps für Karten- und Weltenbau brauchst, schau mal hier nach: http://www.weltenbastler.net/forum3

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