Film: Kull der Eroberer

Filmplakat

Filmplakat

Ja, Kull der Eroberer ist ein B-Movie. Und ja, Trash aus den 90ern ist er auch. Aber von der guten Sorte! Warum? Weil Kevin „Hercules“ Sorbo einfach einen verdammt sympathischen Barbaren abgibt, der zwar nur bei genauem Hinschauen an die literarische Vorlage Robert E. Howards erinnert, aber immerhin genug Eigeninitiative mit sich bringt, um den Film zu einem kurzweiligen Vergnügen zu machen.

Kull der Eroberer erschien 1997 und steht damit ganz am Ende einer Schwemme von Sword&Sorcery-Filmen, die mit Conan der Barbar begann, und in The Beastmaster, Conan der Zerstörer und Red Sonja ihre logische Fortsetzung fand. Die Handlung ist im selben Universum wie Conan angesiedelt, spielt aber weit vor dessen Hyborischem Zeitalter, als die Atlanter (also die Bewohner von Atlantis) noch Barbaren waren, die Hochkultur von Valusien ihren Zenit aber bereits überschritten hat. Howards Werk zugrundeliegende Idee, dass die jungen valusische Zivilisation einstmals den bösartigen Schlangenmenschen die Herrschaft über die Erde entrissen habe, und deren Bemühungen diese zurück zu gewinnen, sich bis zum Schlangenkult von Thulsa Doom in Conan der Barbar verfolgen lassen, wird hier wahrscheinlich aus Vereinfachungsgründen der Story um die acheronische Dämonenkönigin Akivasha (Tia Carrere) untergeordnet. Kull selbst ist eigentlich die Blaupause des barbarischen Helden, der in dekadenten Zivilisationen Reichtum und Glück sucht, stringent der howardschen These folgend, dass Zivilisation stets einen unnatürlichen menschlichen Zustand darstellt. Dabei muss er sich den Hindernissen von dekadentem Neid und Unfähigkeit sowie uralter, schwarzer Magie stellen.

Ein Bild aus glücklicheren Tagen

Ein Bild aus glücklicheren Tagen

Zu Beginn lernen wir Kull als Abenteurer und Söldner kennen, der seine Waffe in den Dienst einer Elitegarde stellen möchte. Da er als Atlanter von barbarischer Herkunft ist, wird er abgelehnt, begibt sich aber dennoch in die Hauptstadt des Reichs und tötet (mehr aus Zufall, denn aus Absicht) den verrückten König. Durch diese Tat wird Kull unverhofft selbst zum König und besteigt den valusischen Thron. Ausgestattet mit ungewohnter Macht, gewinnt der etwas naive Wilde schnell die Gunst des einfachen Volkes für sich. Doch die rechtmäßigen Thronerben fühlen sich übergangen, und als Kull die ehrwürdigen Gesetze Valusias missachtet und die Sklaverei aufhebt, schmieden diese einen Komplott gegen ihn. Dabei verbünden sie sich mit Mächten aus Valusias dunkler Vergangenheit und erwecken die Dämonenkönigin Akivasha von Acheron zu neuem Leben. Der Kampf um den Thron der Menschheit beginnt.

Vor dem Film war der Comic

Vor dem Film war der Comic

Der Film ist actionreich, kurzweilig und verfügt für ein B-Movie über eine vergleichsweise ansprechende Ausstattung. Die archaisch-vorzeitliche Welt ist annehmbar in Szene gesetzt und immer wieder gibt es gute Stunts zu entdecken. Leider sind einige der Schauspieler mit mehr Attraktivität als Talent gesegnet, was bei einer solchen Produktion allerdings nur wenig verwundern dürfte. Dafür glänzt der Soundtrack mit einem epischen Main-Theme, das man auch noch Tage später vor sich hinpfeifen kann. Ursprünglich sollte Kull der Eroberer übrigens eine Conan-Fortsetzung werden, Schwarzenegger wollte 1997 jedoch partout nicht mehr in die Rolle des Cimmeriers schlüpfen, und so wurde das bereits fertiggestellte Drehbuch auf Kevin Sorbo als Kull umgeschrieben. Ironischerweise war die dem Film zugrundeliegende Story von Robert E. Howard ursprünglich mit dem Titel By this Axe I rule! und mit der Figur des Kull versehen, dem Pulp Magazin Wierd Tales angeboten worden. Der Text wurde jedoch abgelehnt, Howard überarbeitete die Geschichte und veröffentlichte sie 1932 dann unter dem Titel The Phoenix on the Sword, – der ersten Conan Story.

Advertisements

~ von 21ghostwriters - 2014/09/03.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: