Hörspiel: Conan der Barbar

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Folge 3

„Er kam aus dem eisigen Norden zu den reichen Ländern des Südens. Die Narben auf seinem gewaltigen Körper waren wie die Landkarte der Straßen, die er sich mit der Waffe freigekämpft hatte. Söldnern, Kriegern, Zauberern und Dämonen gab er auf diesem Weg sein schartiges Schwert zu kosten. Königsthrone und Reiche, die nicht von dieser Welt waren, erbebten unter der ungebändigten Wildheit des schwarzmähnigen Barbaren. Unermessliche Schätze gewann er, und vertrank sie in übel beleumundeten Hafenkneipen. Schöne Frauen lagen ihm zu Füßen und versuchten ihn in Bann zu schlagen. Doch er blieb seinem Schwert treu. Er war Sklave, Pirat, Söldnerführer, Eroberer und König! Er war Legende und Wirklichkeit. Gefürchtet und geliebt. Sein Name überdauerte den Untergang von Atlantis: Conan von Cimmeria!“

Ich rätsel noch, an welche Zielgruppe sich diese Kassetten in den 80ern gerichtet haben. Kinder? Auf keinen Fall. Die Hörspiele sind verhältnismäßig brutal und strotzen vor Kraftausdrücken wie „stygische Hure“ oder „diebische Schlampe“. Also wohl doch eher ein erwaschsenes Publikum, eines, dass mit John Sinclair und Dan Cross vertraut war. Viel mehr kann ich auch gar nicht zu der Serie erzählen, außer, dass sie an heutigen Standards gemessen ziemlich dilettantisch daherkommt. Wenigstens ist die Rolle des Conans mit einem guten Sprecher besetzt, auch, wenn die ständigen Selbstgespräche irgendwann nerven. Einzig Experiment Stille hält ein Review für Folge 1 (1983) und Folge 2 (1985) bereit:

(Fast) nur ein Sprecher, dümmlichstes Gelaber, null Atmosphäre + seltsame Geräusche (sofern überhaupt vorhanden), machen Conan zu einem der schlechtesten HSPs aller Zeiten. Gegen Conans Sprüche ist Leon Kramer sowas wie ein Vollblutkomiker, der ganze Festhallen zum Toben bringt. 37 Minuten pure Ohrenfolter.

Höhepunkt: Conan metztelt eine Horde Kreaturen nieder, die sich wie eine fröhliche Grundschulklasse im Flur auf dem Weg zur großen Pause anhört.

Prädikat: Barbarisch schlecht!!!

Und:

Conan, der Barbar – diese Miniserie steht für abgedroschene Geschichtchen, die der Drehbuchroboter ausgespukt hat, krampfhaft auf altertümlich getunte Texte, lächerliches Overacting so ziemlich aller Akteure und unfreiwillige Komik im Minutentakt.

Zwar dauert dieses Hörspiel nur knapp 38 Minuten, dennoch kommt es einem vor wie eine ewiglich andauernde, pschedelische Hörspielapokalypse, ausgelöst durch eine Familienpackung LSD mit abgelaufenem Halbarkeitsdatum im Kräutertee des Regisseurs.

Ganz so hart würde ich nicht urteilen, ein gewisser Charme ist den Hörspielen nicht abzusprechen. Abseits davon ist es vielleicht ganz interessant, was für kuriosen Stilblüten die Barbaren-Mania der frühen 80er auch in Deutschland hervorgebracht hat. Dabei orientiert sich die Hörspiel-Adaption erstaunlich nahe an der literarischen Vorlage. Insgesamt erschienen nur vier Folgen, die jetzt bei youtube gehört werden können:

1. Silanas Rache

2. Im Banne von Seth

3. Tod in Acheron

4. Das Herz des schlafenden Gottes

gelöscht

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~ von 21ghostwriters - 2014/09/04.

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