Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere: Special Effects

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Filmplakat

#EinLetztesMal lautet der deutschsprachige Hashtag zum letzten Hobbit Film von Peter Jackson, und alles in mir möchte sagen: Gott sei Dank!
Warum?
Weil ich finde, dass „der Hobbit“ ein ganzes Stück vom Weg abgekommen ist. Sprichwörtlich jetzt. Aber lasst mich das im Detail erläutern: Herr der Ringe war für sich genommen eine Art Novum auf der Leinwand, kannte man vorher klassische Fantasy doch eher als etwas stiefmütterlich behandeltes Genre, das sich in Filmen wie Willow, Labyrinth oder noch 1999 (oder war es schon 2000?) dem unsäglichen Rohrkrepierer Dungeons&Dragons erging. Das große Epos von J. R. R. Tolkien galt schlichtweg als unverfilmbar, Ralph Bakshis Versuch von 1987, es als Trickfilm auf die Leinwand zu bringen, darf – trotz aller Nostalgie – als gescheitert gelten. Umso mehr waren die Cineasten aller Länder erstaunt, als Peter Jackson (Bad Taste, Braindead) der große Wurf gelang. Zuerst langsam beginnend mit Die Gefährten (2001, 4 Oscars), dann weit ausholend mit Die Zwei Türmen (2002, 2 Oscars) und schlussendlich triumphal abschließend mit Die Rückkehr des Königs (2003, 11 Oscars).

Aber aber aber, was hat Jackson aus seinem Vermächtnis gemacht? Musste der Hobbit, dieses vergleichsweise schmale und naive Kinderbuch, unbedingt auf drei Filme aufgebläht werden? Das riecht mir doch alles sehr nach Geldscheffelei. Oder etwas wohlwollender ausgedrückt, in der per vorauseilendem Gehorsam erfüllten Erwartungshaltung, dass Fantasy heute nur nach als epischer Dreiklang dargeboten werden kann. Egal, das alles ließe sich verschmerzen, wäre nicht an jeder Stelle der Trilogie sichtbar, wie extrem das Kern-Material aufgebläht wurde. Als ich nach Smaugs Einöde das Kino verließ, war ich zwar von der Wucht der Bilder erschlagen, fühlte mich aber auch irgendwie leer. Es war ein wenig, als ob dem Film die Seele fehlte, trotz all dem technischen Popanz wie 3D-Brille und HFR (High Frame Rate). Die Herr der Ring-Filme waren sehr plastisch, sehr echt – was vor allem an dem vergleichsweise sparsamen Einsatz von CGI und der Verwendung echter Sets und Requisiten lag. Mittelerde wirkte, als sei es wirklich existent, ein realer Ort in einer anderen Welt. Man kann sich meine Enttäuschung vorstellen, als ich mich auf einmal mit endlosen Videospiel-Sequenzen konfrontiert sah, die nicht nur künstlich, sondern auch unfreiwillig komisch waren. Die Flucht aus der Elfen-Festung in den Fässern? Surfen auf einem Fluss geschmolzenen Goldes?

Klar, auch in den vorangegangenen Filmen gab es einige komische Sequenzen, aber weder Legolas Surfeinlage auf Helms Klamm, noch Gimlis gelegentliche Trottel-Attitüde erreichten je diesen over-the-top-Faktor, der die Hobbit-Filme so ungünstig überschattet. Schauen wir uns noch einmal diese Szene an:

Das sieht eben aus wie ein Videospiel, was nicht zuletzt an den sichtbar (und schlecht) animierten PC-Orks liegt. Auch die damit einhergehende Verwendung möglichst spektakulärer und in Wirklichkeit kaum zu bewerkstelligenden Kamerafahrten zerstört für den Betrachter die Illusion und führt ihm vor Augen, es hier nur mit nachträglich eingefügten Bildern zu tun zu haben. Im Vergleich dazu eine ähnliche Kampfszene aus Die Gefährten, die Schlacht von Amon Hen:

Hier glaube ich zu jeder Zeit, dass eben dieser Kampf in eben diesem Wald stattgefunden hat. Und obwohl das Tempo langsamer ist, die Stunts gemächlicher, wirkt die Szene ungleich bedrohlicher und lässt einen mitfiebern. Und wieso? Weil alle Darsteller echt sind, alles Kostüme, keine Trickserei aus dem PC. Dazu kommt das natürlich Licht, das Set sieht real aus. Warme Farben und erdige Töne statt der quietschbunten Bonbon-Welt, die wir weiter oben gesehen haben. Das liegt natürlich auch ein Stück weit daran, dass wir 2001 keine superscharfe Auflösung und HFR vorfinden, die in meinen Augen immer diesen unschönen Effekt von Hyperrealismus erzeugt, der das Reale künstlich, und das Künstliche noch künstlicher wirken lässt. Ein Eindruck, den ich durch den Trailer zum letzten Hobbit-Teil – und zugegeben, auch durch diverse Vorab-Reviews – bestätigt sehe. Und das hat mir nun zum Ende der Saga auch die Lust genommen, mir das Ganze nochmal für 3 Stunden in einem überfüllten Kino anzutun. #EinLetztesMal … ja gerne, aber nicht für mich.

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~ von 21ghostwriters - 2014/12/10.

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