Gastbeitrag: Was vom Hobbit übrigbleibt

Hey, hier schreibt Albert! Um es gleich vorweg zu sagen: Peter Jackson hat ein Meisterwerk von finalem Trilogie-Teil geschaffen – epische Schlachten mit grandiosen Einstellungen, tollen Momenten und einer würdigen Vollendung der Reihe.

Vor 11 Jahren. Für Herr der Ringe.

Filmplakat

Filmplakat

Der letzte „Hobbit“  blieb allerdings völlig hinter meinen Erwartungen zurück – und überhaupt leider weitestgehend unter seinen Möglichkeiten. Wenn ich rückblickend an den ersten Teil vor zwei Jahren denke, sind mir grandiose Aufnahmen in Erinnerung geblieben: Eine riesige Grube voller Zwergenbergwerker, die das „Herz des Berges“ (Arkenstein) finden. Endlose, prachtvolle Hallen, grandios gerüstete Krieger und eine Zeitlupen-Schlacht mit den Orks, die viel verspricht! Auch im zweiten Teil der Reihe besticht der Einsame Berg durch tolle Aufnahmen, nicht zuletzt dank Smaug und seinem Toben in der Goldhöhle. Das ist genau das, was man in diesen Filmen sehen will! Mit viel Hoffnung wartet man darauf, dass dieser Anspruch im dritten Teil in einem grandiosen Finale gipfelt. Doch von alledem sieht man im Finale der Trilogie leider so gut wie nichts!

Zwar spielt sich einiges an Handlung in der Zwergenbinge ab, die großartige Location des Einsamen Berges ist dabei allerdings völlig unzureichend in Szene gesetzt. Wo ist das hier versprochene „Zwergische“, wo dieser Glanz der uralten Tradition des Volkes unter dem Berg?! Wo sind die Momente aus Khazad-dûm, kurz nachdem Gandalf meint „Lasst mich etwas mehr Licht riskieren …“ – und endlose Reihen aus behauenen Säulen erstrahlen, die sich irgendwo weit entfernt in der Dunkelheit verlieren! All das, was Der Herr der Ringe im dritten Teil der Saga an Massenszenen, völlig berechtigtem Pathos und bildgewaltigem Abschluss der Handlung zusammenbringt, fehlt hier leider völlig! Zwar gibt es vor den Toren des Berges irgendwann mal die „Schlacht der fünf Heere“, richtiger wäre allerdings, die ganze Veranstaltung hieße „Kampf der vier Armeen“… mit dem Zusatz „und irgendwann kommen die Adler und in zwei Einstellungen sieht man auch mal kurz Beorn, auf den sich Klein-Albert eigentlich die ganze Reihe lang gefreut hat, ihn kämpfen zu sehen, woraus dann aber nicht viel wurde“.

Die Story lassen wir in der Kritik mal außen vor. Eigentlich war abzusehen, dass vom Tod Smaugs bis zur Endschlacht nicht viel passieren würde. Zwar bemüht sich Richard Armitage redlich, einen vom Drachengold besessenen Zwergenherrscher zu mimen – leider fehlt ihm in der gerafften Handlung völlig der Raum, die Rolle auszufüllen. Dennoch bleibt er einer der Lichtblicke in einer ansonsten recht flachen Posse um Zwergenreichtümer, eifersüchtige Elben und redliche Menschen, die ja nur ein Stück vom Schatz abhaben wollen.

Materialschlacht am "Einsamen Berg"

Materialschlacht am „Einsamen Berg“

Zu den Menschen: Die Siedler, welche aus dem brennenden Seestadt vor die Tore des Einsamen Berges (wie einsam kann so ein Berg am Rande mehrerer Siedlungsgebiete eigentlich sein?) in die alte Stadt Thal (?!) einziehen, kämpfen im Verlauf der Schlacht irgendwann auch massiv gegen Orks, Oger und andere Scheusale. Dabei zeigt sich mal wieder ganz besonders, wie selbst dickste Ork-Rüstungen, die den Plattenpanzern der Uruk Hai in nichts nachstehen, offenbar keinem Klingenhieb eines einfachen Siedlers (oder besonders schlimm: Siedlerin!) standzuhalten vermögen. Überhaupt stellen sich die Computer-Orks ziemlich dämlich an! Wo im Herrn der Ringe beim Einfall der Orks in der weißen Stadt Gondor noch Wildheit, Gnadenlosigkeit und Aufopferungswille sowohl seitens der Orks als auch der Menschen mitschwingt, verkommt die Schlacht hier stellenweise zu einem üblen Geschubse. Sehr „publikumstauglich“ gehalten alles, leider! Von Bedrohungslage keine Spur …

Im Großen und Ganzen: Einfach kein guter Abschluss, wie es der grandiose Die Rückkehr des Königs einst war. Den werde ich mir demnächst in einer Extended als BluRay geben, um den entgangenen Spaß von gestern wieder wettzumachen – Der Herr der Ringe bleibt einfach unangefochten!

© A. Rugenstein

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~ von 21ghostwriters - 2014/12/12.

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