Die Bierzeltrede der Bundeskanzlerin

Man mag unken, dass deutsche Politiker in Bierzelten und Bräukellern noch nie etwas Sinnvolles von sich gegeben haben, aber darum soll es hier nur am Rande gehen. Welt-Chefredakteur und Posterboy Ulf Poschardt schreibt bezüglich Angela Merkels „historischer“ Bierzeltrede in seiner Welt-Online-Kolumne schwärmerisch:

In der vergangenen Woche glänzte die Kanzlerin als inoffizielle Führerin der freien Welt. Man kann sich schwer vorstellen, dass die Mehrheit der Deutschen jetzt noch Wechselstimmung spürt.

Offensichtlich scheint es in Deutschland wieder ein gesteigertes Bedürfnis nach Größe zu geben, ein Sendungsbewusstsein, wie man es jetzt der USA abdichten, und den geläuterten Deutschen, den Willkommenskultur-Deutschen, anhängen möchte. Um diesen Standpunkt zu untermauern, zitiert die Welt andere Medien transatlantischer Prägung, darunter Washington Post und New York Times, die bereits seit Trumps Vereidigung die deutsche Bundeskanzlerin als neue „Führerin der freien Welt“ handeln und als „liberalen“ Gegenpart zu Donald Trump aufgebaut haben. Was das beweist? Erst mal überhaupt nichts. Hier zitieren sich gleichgesinnte Medien gegenseitig, um eine Art globales Narrativ von Angel Merkel als Anti-Trump und Projektion globalistischer Sehnsüchte aufzubauen. Das ist natürlich absolut legitim, man sollte aber bitte nicht so tun, als ob es eine Art weltweite Übereinkunft dieser neuen Rollenverteilung geben würde, die sich ganz und gar zufällig in den entsprechenden Medien niederschlägt.

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~ von 21ghostwriters - 2017/05/31.

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