Warmbier

•2017/06/21 • Schreibe einen Kommentar

Immer wenn man sich aufregt, wie abgeschmackt Teile des deutschen Medienbetriebs heute doch sind, muss man sich zum Vergleich die englischsprachigen Pendants vor Auge führen. Das sorgt zwar nicht stante pede dafür, dass man Jakob Augstein oder Daniel Bax kumpelhaft den Arm um die Schulter legen möchte, aber es erdet zumindest ungemein:

North Korea Proves Your White Male Privilege Is Not Universal

Comey

•2017/06/08 • 2 Kommentare

Die gewollte oder unterbewusste kognitive Dissonanz der deutschen Medien lässt mich mal wieder bass erstaunt zurück. Was diese Comey-Anhörung heute zu Tage gefördert hat, würde man im englischsprachigen Raum nüchtern betrachtet als „Nothingburger“ bezeichnen. Ohne Käse und auch kein Extra-Bacon. Ja, ich verstehe, ein sorgsam gehegtes Narrativ muss aufrecht erhalten werden und die Democrats werden auch weiterhin mit glasigen Augen ihren Impeachment-Fantasien frönen, aber ganz ehrlich? Ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass der POTUS heute Nacht sehr gut schlafen wird. Trump wird gerade noch so damit leben können, dass Comey ihn im Bezug auf den Zustand des FBIs als Lügner bezeichnet hat. Aber who cares? Wenn die deutsche Presse die Bezeichnung als Lügner in der Berichterstattung höher hängt, als den Kontext der zugrunde liegenden Aussage, beweist dass doch nur einmal mehr, wie schludrig oder „biased“ Journalisten heute ihren Informationsauftrag wahrnehmen.

Comey schadet sich selbst mehr, als Trump

Und essentielle Aussagen waren doch, dass es gegen Trump niemals im Zusammenhang mit der „Russland-Geschichte“ ein Ermittlungsverfahren gegeben hat. Im Zweifel hat sich Comey selbst angreifbar gemacht, weil er als FBI-Direktor dies auf Nachfrage in der Öffentlichkeit nie artikuliert, sondern immer offen gelassen und damit die Verdächtigungen gegen Trump unterstützt hat. Weiterhin hat Trump zu keinem Zeitpunkt von Comey gefordert, Ermittlungen in der „Russland-Affäre“ einzustellen oder anders zu gestalten (so wörtlich Comey). Im übrigen hat Comey überraschend freimütig zugegeben, als FBI-Direx (!) Infos an die Presse durchgestochen zu haben. Da kommt kein Impeachment-Sturm mehr, sondern nur noch ein warmes Lüftchen, gerade gut genug für ein Rauschen im Blätterwald. Juristisch liegt hier nichts vor, es wird medial etwas konstruiert.

Moralische Überlegenheit

•2017/06/05 • Schreibe einen Kommentar

In der medialen Nachbearbeitung des jüngsten Terroranschlags in London zitiert die Welt eine Auswahl internationaler Tageszeitungen in einem Pressespiegel. Dort heißt es mit Bezug auf die linksliberale, spanische Tageszeitung El País:

Während die britischen Medien sich mit den politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Terror beschäftigen, wird international die Forderung laut, man möge sich auf Werte wie moralische Überlegenheit besinnen

Und so liest sich das in der El País, die von der Welt als Wortführerin für internationale Forderungen benannt wurde:

Nach der Angst und der Wut, zwei völlig legitimen Gefühlen, besinnen wir uns auf unsere besten Werte: moralische Überlegenheit, Einheit, Effizienz der Polizei und internationale Zusammenarbeit.

Klar. Und auf unserem Grabstein steht dann auch:

Moralisch überlegen, aber leider tot.

Brexit und Nachwegen #1

•2017/06/03 • Schreibe einen Kommentar

Derzeitige Umfragen (Quelle: YouGov.co.uk, Stand: 31. Mai 2017) sehen die Labour Party bei 39 %, die Conservatives nur noch bei 41 %.

Ich empfinde größten Respekt vor der Courage der Engländer. Erst für den Brexit stimmen und nun wahrscheinlich mit einem Hardcore-Sozialisten als PM in die Verhandlungen gehen. Das hat was. Das ist nicht klug, aber es hat was. Herrlich anarchistisch, diese Engländer.

Trumps Ausstieg aus Pariser Klimaabkmmen

•2017/06/02 • Schreibe einen Kommentar

Der Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen birgt auch für Deutschland große Risiken. So könnten etwa die Grünen aus der allgemeinen Panik Kapital schlagen und zur BT-Wahl 2017 wieder Oberwasser haben. Eine schreckliche Vorstellung. Kann jemand den Irren im Weißen Haus stoppen, bevor es zu spät ist?

Die Bierzeltrede der Bundeskanzlerin

•2017/05/31 • Schreibe einen Kommentar

Man mag unken, dass deutsche Politiker in Bierzelten und Bräukellern noch nie etwas Sinnvolles von sich gegeben haben, aber darum soll es hier nur am Rande gehen. Welt-Chefredakteur und Posterboy Ulf Poschardt schreibt bezüglich Angela Merkels „historischer“ Bierzeltrede in seiner Welt-Online-Kolumne schwärmerisch:

In der vergangenen Woche glänzte die Kanzlerin als inoffizielle Führerin der freien Welt. Man kann sich schwer vorstellen, dass die Mehrheit der Deutschen jetzt noch Wechselstimmung spürt.

Offensichtlich scheint es in Deutschland wieder ein gesteigertes Bedürfnis nach Größe zu geben, ein Sendungsbewusstsein, wie man es jetzt der USA abdichten, und den geläuterten Deutschen, den Willkommenskultur-Deutschen, anhängen möchte. Um diesen Standpunkt zu untermauern, zitiert die Welt andere Medien transatlantischer Prägung, darunter Washington Post und New York Times, die bereits seit Trumps Vereidigung die deutsche Bundeskanzlerin als neue „Führerin der freien Welt“ handeln und als „liberalen“ Gegenpart zu Donald Trump aufgebaut haben. Was das beweist? Erst mal überhaupt nichts. Hier zitieren sich gleichgesinnte Medien gegenseitig, um eine Art globales Narrativ von Angel Merkel als Anti-Trump und Projektion globalistischer Sehnsüchte aufzubauen. Das ist natürlich absolut legitim, man sollte aber bitte nicht so tun, als ob es eine Art weltweite Übereinkunft dieser neuen Rollenverteilung geben würde, die sich ganz und gar zufällig in den entsprechenden Medien niederschlägt.

Evangelischer Kirchentag 2017

•2017/05/31 • Schreibe einen Kommentar

Hamburg, den 31.05.17

„Als Gott sah, dass auf Erden keiner mehr an die Hölle glaubte, da schuf er den Evangelischen Kirchentag, den Menschen zum schrecklichen Zeugnis, was da geschehe auf Erden, wenn der Mensch sich von Gott abwendet. Und es war ein großes Heulen und Zähneklappern.“