Spaltung und Verbündete

Der Deutsche ist ein Freund der Einheit, das erklärt sich aus unserer Geschichte. Er mag den Konsens und das Gefühl des Aufgehobenseins in eine Gesellschaft Gleichdenkender. Streit und Uneinigkeit hält er nur schlecht aus. Deswegen kennt die deutsche Sprache Wörter wie Spaltpilz, Nestbeschmutzer und Abweichler. Und deswegen sind deutsche Zeitungen stets voll mit Warnungen vor Spaltungen. Spaltungen der Gesellschaft, Spaltungen der EU, Spaltungen der Religionen. Dass die Demokratie die einzige Staatsform ist, die gespaltete Gesellschaften als Realität Ernst nimmt, wird dabei geflissentlich ignoriert: „Different opinions are okay, as long as they’re different in the same way.“

Der Deutsche fürchtet sich vor Spaltung

Aber der Deutsche ist auch flexibel in seiner Wahrnehmung. Deswegen wird in den deutschen Medien der Wunsch artikuliert, dass Deutschland sich nun neue Verbündete außerhalb des Westens suchen sollte. Wenn Angela Merkel und den EU-Granden neue Allianzen im autoritär regierten China angeraten werden, dann ist das ein kluger Schachzug, der von Weitsicht zeugt und auch den weltpolitischen Führungsanspruch Deutschlands als Verteidiger westlicher Werte und der Freiheit untermauert. Aber wenn Trump in Polen um neue Verbündete buhlt, dann will er eine Spaltung Europas provozieren.

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~ von 21ghostwriters - 2017/07/07.

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